Kinderdepot mit ETF: Welche Anlagestrategie für 10, 15 oder 18 Jahre sinnvoll ist

Ein Kinderdepot wird häufig kurz nach der Geburt eröffnet und anschließend über viele Jahre bespart. Doch nicht jedes Depot verfolgt dasselbe Ziel. Manche Eltern möchten mit 18 Jahren Geld für Studium oder Ausbildung bereitstellen, andere denken an den späteren Immobilienkauf oder einen langfristigen Vermögensaufbau.

Für die passende Anlagestrategie ist deshalb vor allem eine Frage entscheidend: Wann soll das Geld voraussichtlich benötigt werden?

 

Der Anlagezeitraum bestimmt die Strategie

Je länger das Kapital investiert bleiben kann, desto eher können zwischenzeitliche Kursschwankungen ausgehalten werden. Bei einem Anlagehorizont von 15 oder 18 Jahren kommen deshalb insbesondere breit gestreute Aktien-ETFs infrage.

Wird das Geld dagegen bereits in wenigen Jahren benötigt, sollte die Sicherheit des vorhandenen Vermögens stärker berücksichtigt werden.

 

Kinderdepot mit 18 Jahren Laufzeit

Beginnen Eltern direkt nach der Geburt, steht bis zur Volljährigkeit ein besonders langer Zeitraum zur Verfügung.

Ein weltweit investierender ETF kann das Kapital auf zahlreiche Unternehmen, Länder und Branchen verteilen. Damit lassen sich Einzelrisiken reduzieren, auch wenn allgemeine Börsenverluste weiterhin möglich sind.

 

Anlagehorizont von 15 Jahren

Auch 15 Jahre sind für eine Aktienanlage ein vergleichsweise langer Zeitraum. Ein ETF-Sparplan kann regelmäßig mit kleineren Beträgen bespart werden.

Zusätzlich lassen sich Geldgeschenke von Eltern, Großeltern oder anderen Angehörigen als Einmalzahlungen investieren.

 

Nur noch zehn Jahre bis zum Sparziel

Bei einem Anlagezeitraum von zehn Jahren bleibt ebenfalls Zeit für Kapitalmarktinvestments. Allerdings gewinnt die Frage des späteren Ausstiegs zunehmend an Bedeutung.

Je näher der geplante Verwendungszeitpunkt rückt, desto wichtiger wird eine Strategie zur Sicherung bereits erzielter Gewinne.

 

Nicht bis zum letzten Tag voll investiert bleiben

Soll das gesamte Depot beispielsweise zum 18. Geburtstag für Studium, Führerschein oder eine erste Wohnung genutzt werden, kann eine schrittweise Umschichtung sinnvoll sein.

Dadurch wird verhindert, dass ein größerer Börsenrückgang kurz vor dem benötigten Auszahlungstermin das angesparte Kapital erheblich reduziert.

 

Anders planen, wenn das Geld nicht mit 18 benötigt wird

Viele Kinder benötigen das gesamte Vermögen nicht unmittelbar mit Eintritt der Volljährigkeit.

Bleibt ein großer Teil des Depots weitere zehn oder zwanzig Jahre investiert, verlängert sich der Anlagehorizont erheblich. Dadurch kann weiterhin ein höherer Aktienanteil vertretbar sein.

 

Sparziel Immobilienkauf

Soll das Kinderdepot langfristig Eigenkapital für eine Immobilie schaffen, kann das Geld möglicherweise bis weit über den 18. Geburtstag hinaus investiert bleiben.

Aus einem ursprünglich kleinen Kindersparplan kann dadurch über Jahrzehnte ein bedeutender Vermögensbaustein entstehen.

 

Altersvorsorge als besonders langfristiges Ziel

Noch länger ist der Anlagehorizont, wenn das Vermögen später der Altersvorsorge dienen soll.

Genau diesen Gedanken greift auch die Frühstart-Rente auf: Kapital soll möglichst früh aufgebaut und anschließend über Jahrzehnte investiert werden. Ein sehr langer Zeitraum kann den Zinseszinseffekt erheblich verstärken.

 

Sparrate regelmäßig erhöhen

Eltern müssen nicht bereits zu Beginn hohe Beträge investieren. Ein Sparplan kann beispielsweise mit 25 oder 50 Euro monatlich gestartet und später erhöht werden.

Auch Großeltern können sich beteiligen oder zu besonderen Anlässen zusätzliche Beträge für das Kind investieren.

 

Breite Streuung statt einzelner Aktien

Bei einer langfristigen Kindervorsorge sollte die Risikostreuung eine zentrale Rolle spielen.

Wer ausschließlich auf einzelne Aktien oder bestimmte Branchen setzt, geht zusätzliche Risiken ein. Breit gestreute ETFs können eine einfachere Grundlage für einen langfristigen Sparplan darstellen.

 

Kosten über viele Jahre beachten

Bei einem Kinderdepot wirken sich laufende Kosten besonders stark aus, weil die Anlage häufig über viele Jahre besteht.

Depotgebühren, Sparplankosten und laufende Fondskosten sollten deshalb bei der Auswahl berücksichtigt werden.

 

Strategie regelmäßig überprüfen

Ein Kinderdepot sollte nicht einmal eingerichtet und anschließend 18 Jahre vergessen werden. Sparziel, finanzielle Situation und geplanter Verwendungszeitpunkt können sich verändern.

Eine regelmäßige Überprüfung hilft dabei, Sparrate und Risiko an die tatsächliche Entwicklung anzupassen. Entscheidend ist dabei nicht die kurzfristige Börsenprognose, sondern die Frage, wie viel Zeit bis zur geplanten Verwendung des Geldes noch verbleibt.

 

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Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich informativen Zwecken und ersetzt keine professionelle Beratung. Es wird empfohlen, individuelle Versicherungsbedürfnisse mit einem qualifizierten Versicherungsberater oder Versicherungsmakler wie z.B. „AMB Allfinanz Makler“ zu besprechen.