Aktive ETFs mit steiler Wachstumskurve

Das noch vergleichsweise junge Marktsegment der aktiven ETFs gewinnt in Deutschland spürbar an Bedeutung. Immer mehr Anleger entscheiden sich für diese Anlageform, die die Handelbarkeit klassischer ETFs mit einer aktiven Steuerung des Portfolios verbindet. Nach Erhebungen der Ratingagentur Scope und des Beratungsunternehmens Fonds Consult ist das in aktiven ETFs verwaltete Vermögen innerhalb eines Jahres von 42 Milliarden auf 63 Milliarden Euro gestiegen. Diese Dynamik verdeutlicht, dass sich das Konzept zunehmend am Markt etabliert.

Nicht nur das Anlagevolumen, auch die Produktvielfalt hat deutlich zugenommen. Die Zahl der angebotenen aktiven ETFs erhöhte sich von 97 auf 183. Für Sie als Investor bedeutet dies eine wachsende Auswahl an Strategien, Regionen und Anlageklassen. Von den aktuell verfügbaren Produkten setzen 100 auf Aktien. Besonders stark vertreten sind dabei die Peergroups Nordamerika mit 19 Fonds, Welt mit 14 Fonds sowie Nachhaltigkeit oder Ethik Welt mit 12 Fonds. Diese Schwerpunkte spiegeln die anhaltende Nachfrage nach global ausgerichteten Strategien und nachhaltigen Investments wider.

Neben den Aktienstrategien existiert ein breites Angebot im Anleihebereich. Insgesamt 70 aktive ETFs investieren schwerpunktmäßig in festverzinsliche Wertpapiere. Hinzu kommen 9 Produkte mit einem Mischfondsansatz, die verschiedene Anlageklassen kombinieren. Vier weitere Fonds sind sonstigen Kategorien zugeordnet. Die zunehmende Differenzierung zeigt, dass aktive ETFs nicht mehr nur als Nischenlösung betrachtet werden, sondern sich zu einer eigenständigen Assetklasse entwickeln.

Unter den derzeit 27 Anbietern, die in Deutschland aktiv sind, nimmt J.P. Morgan eine herausragende Stellung ein. Das US-amerikanische Geldhaus verwaltet mit 33,7 Milliarden Euro mehr als die Hälfte des hierzulande in aktiven ETFs investierten Kapitals. Diese Marktstellung unterstreicht die starke Position internationaler Anbieter im deutschen ETF-Markt und signalisiert zugleich das Vertrauen vieler Anleger in etablierte Investmenthäuser.

Für Sie als Investor kann das rasante Wachstum dieser Produktkategorie mehrere Vorteile mit sich bringen. Nach Einschätzung der Analysten erhöht ein intensiverer Wettbewerb den Druck auf die Anbieter, überzeugende Ergebnisse zu erzielen. Wer dauerhaft Kapital anziehen möchte, muss eine attraktive Performance vorweisen. Gleichzeitig führt eine größere Anbieterzahl in der Regel zu sinkenden Managementkosten. Kosteneffizienz ist ein zentrales Argument für ETFs im Allgemeinen, und dieser Wettbewerbseffekt wirkt auch im aktiven Segment.

Gleichwohl sollten Sie die spezifischen Eigenschaften aktiver ETFs sorgfältig prüfen. Anders als bei passiven Produkten steht hier eine aktive Titelauswahl im Vordergrund, die von der Expertise des Managementteams abhängt. Die Chancen auf eine Outperformance gehen daher mit dem Risiko einher, hinter dem Markt zurückzubleiben. Eine fundierte Analyse der Anlagestrategie, der Kostenstruktur und der bisherigen Wertentwicklung ist daher unerlässlich.

Insgesamt zeigt sich, dass aktive ETFs in Deutschland zunehmend Akzeptanz finden und sich als Ergänzung zu klassischen Fonds und passiven Indexlösungen etablieren. Für Sie eröffnet sich damit ein erweitertes Spektrum an Anlagemöglichkeiten, das sowohl strategische Flexibilität als auch die Vorteile der Börsenhandelbarkeit bietet.

 

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Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich informativen Zwecken und ersetzt keine professionelle Beratung. Es wird empfohlen, individuelle Versicherungsbedürfnisse mit einem qualifizierten Versicherungsberater oder Versicherungsmakler wie z.B. „AMB Allfinanz Makler“ zu besprechen.