Lediglich etwa die Hälfte der Wohngebäude in Deutschland sind gegen Elementargefahren wie Starkregen und Überschwemmung versichert. Angesichts der erwarteten Zunahme solcher Extremwetterereignisse sollte diese Schutzlücke schnellstmöglich geschlossen werden – am besten noch vor der kommenden Starkregen-Saison, wie der Versicherer-Gesamtverband empfiehlt.
Erfahrungsgemäß tritt dieses Wetterphänomen im Juni und Juli am häufigsten auf. Aber auch schon im Mai steigt die Zahl deutlich an, wie Daten des Deutschen Wetterdienstes von 2001 bis 2021 zeigen. Konkret: Während es von Oktober bis März monatlich im Durchschnitt zu maximal drei Starkregenereignissen kam, waren es im April 13, im Mai 102, im Juni 226 und im Juli 230. Mit 158 solchen Ereignissen im August und 38 im September geht die statistische Durchschnittssaison zu Ende.
Da es gemeinhin einige Wochen dauert, bis neu abgeschlossener Versicherungsschutz greift, wird es also höchste Zeit für unversicherte Hausbesitzer, ihr in der Regel kostbarstes materielles Gut zu schützen.
Die Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll, wie stark sich das Risiko durch Naturgefahren in den vergangenen Jahren verändert hat. Insbesondere Starkregenereignisse haben sich in ihrer Häufigkeit und Intensität deutlich erhöht. Dies liegt vor allem daran, dass wärmere Luftmassen mehr Feuchtigkeit aufnehmen können, die sich in kurzer Zeit entlädt und zu enormen Wassermengen führt. Anders als klassische Flusshochwasser treten Starkregenereignisse nahezu überall auf, unabhängig von geografischen Gegebenheiten oder bekannten Risikogebieten. Das macht sie besonders tückisch und schwer vorhersehbar.
Viele Hauseigentümer unterschätzen die Gefahren, die von Starkregen ausgehen. Innerhalb weniger Minuten können Straßen zu reißenden Strömen werden, Keller volllaufen und Erdgeschosse überflutet werden. Beschädigte Heizungsanlagen, zerstörte elektrische Installationen und kontaminierte Baustoffe verursachen hohe Sanierungskosten, die schnell in den fünfstelligen Bereich gehen. Eine Elementarschadenversicherung ist daher nicht nur eine ergänzende Absicherung, sondern ein zentraler Baustein zum Schutz des eigenen Vermögens.
Dass bislang nur etwa die Hälfte der Wohngebäude gegen solche Risiken geschützt sind, hat vielfältige Gründe. Manche Eigentümer sind sich des Risikos nicht bewusst, andere vertrauen irrtümlich darauf, dass bestehende Gebäude- oder Hausratversicherungen bereits entsprechende Schäden abdecken. Hinzu kommt, dass Elementargefahren in der Vergangenheit oft als unwahrscheinlich oder als schwer abschätzbar galten. Die Ereignisse der letzten Jahre – etwa die Ahrtal-Katastrophe – haben jedoch gezeigt, wie weitreichend die Folgen ausfallen können und wie schnell Betroffene ohne ausreichenden Versicherungsschutz in finanzielle Not geraten.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Versicherer Wartezeiten einführen, bevor der Schutz wirksam wird. Diese dienen dazu, kurzfristige Versicherungsabschlüsse unmittelbar vor angekündigten Unwettern zu verhindern. Für Hausbesitzer bedeutet dies jedoch, dass es nicht genügt, erst kurz vor dem Sommer aktiv zu werden. Wer sein Haus rechtzeitig absichert, verhindert nicht nur Risikosituationen, sondern schafft langfristige Sicherheit für sich und seine Familie.
Neben dem reinen Versicherungsschutz ist auch Prävention ein wichtiger Baustein. Dazu gehören technische Maßnahmen wie der Einbau von Rückstauklappen, das Abdichten von Kellerschächten, das Freihalten von Abflusswegen oder das Anlegen wasserdurchlässiger Flächen rund um das Gebäude. Versicherer und Kommunen geben hierzu zunehmend Empfehlungen und Informationen, um das Bewusstsein für die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen zu stärken.
Gleichzeitig steigt das politische Interesse an einer stärkeren Verbreitung der Elementarschadenversicherung. Diskussionen über verpflichtende Versicherungslösungen oder reformierte staatliche Hilfsmechanismen gewinnen an Bedeutung. Denn immer wieder zeigt sich, dass staatliche Soforthilfen zwar kurzfristig entlasten können, aber keinesfalls als Ersatz für eine solide private Absicherung gelten sollten.
Für Eigentümer gilt daher: Je früher der Abschluss einer Elementarschadenversicherung erfolgt, desto besser. Eine realistische Einschätzung der eigenen Risikosituation – etwa mithilfe von Starkregen-Gefahrenkarten oder kommunalen Risikobewertungen – ist ein erster Schritt. Anschließend sollte der bestehende Versicherungsschutz überprüft und gegebenenfalls erweitert werden. Die Kosten einer solchen Police stehen häufig in keinem Verhältnis zu den potenziellen Schäden, die ein einziges Unwetter verursachen kann.
Insgesamt zeigt sich, dass der Klimawandel nicht nur ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen mit sich bringt, sondern auch konkrete Risiken für Immobilienbesitzer. Eine rechtzeitige und umfassende Absicherung ist daher essenziell, um finanzielle Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten – heute mehr denn je.
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