Die aktuelle Diebstahlstatistik der deutschen Kfz-Versicherer zeigt, dass der Fahrzeugdiebstahl auch im Jahr 2024 ein erhebliches Problem bleibt. Zwar ist die Zahl der kaskoversicherten Autodiebstähle gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen, doch der Rückgang um 423 Fälle entlastet die Branche kaum. Insgesamt wurden 14.162 kaskoversicherte Fahrzeuge als gestohlen gemeldet – ein Wert, der das hohe Niveau der vergangenen Jahre bestätigt und weiterhin eine deutliche Belastung für Versicherer und Fahrzeughalter darstellt.
Auf den ersten Blick wirkt die leichte Abnahme positiv, doch die Gesamtschadenssumme zeigt, dass der wirtschaftliche Schaden weiterhin enorm ist. Durchschnittlich rund 40 Autodiebstähle pro Tag wurden der Assekuranz gemeldet – eine Zahl, die verdeutlicht, wie professionell und systematisch viele Tätergruppen inzwischen vorgehen. Die täglichen Schäden überstiegen 800.000 Euro, was sich im Gesamtjahr zu einem Schadensaufkommen von rund 293 Millionen Euro summiert. Obwohl dies knapp 18,7 Millionen Euro weniger sind als im Jahr 2023, bleibt der Diebstahl von Fahrzeugen einer der kostenintensivsten Schadenseinflüsse für die Kfz-Versicherer.
Besonders ins Auge fällt erneut die regionale Verteilung der Diebstähle. Berlin bleibt unangefochten die bundesweite Hochburg der Autodiebe. Im Jahr 2024 wurden dort 3.855 kaskoversicherte Fahrzeuge als gestohlen gemeldet – mehr als jedes vierte aller in Deutschland entwendeten Autos. Die Gründe dafür liegen unter anderem in der Grenznähe, der guten Logistik für den Weitertransport gestohlener Fahrzeuge und der hohen Anzahl attraktiver Fahrzeugmodelle in der Hauptstadt.
Deutlich sicherer präsentiert sich der Süden Deutschlands. Bayern und Baden-Württemberg verzeichnen seit Jahren vergleichsweise niedrige Fallzahlen, was unter anderem mit einer stärkeren Polizeipräsenz, geringerer Fahrzeugdichte in Risikostadtteilen und einer insgesamt anderen regionalen Täterstruktur erklärt wird. Für Versicherungsnehmer bedeutet dies, dass das Diebstahlrisiko erheblich vom Wohnort abhängt – ein Faktor, der sich auch in den Typ- und Regionalklassen der Kfz-Versicherer widerspiegelt.
Auffällig ist auch die starke Konzentration auf bestimmte Fahrzeugmarken und -modelle. Laut aktueller Statistik stechen Modelle des Herstellers Toyota besonders hervor. Vier der zehn am häufigsten entwendeten Fahrzeuge stammen von diesem japanischen Produzenten – darunter sogar die drei Spitzenreiter. Diese Beliebtheit bei Dieben hat mehrere Ursachen: Viele Toyota-Modelle gelten als besonders zuverlässig, sind international gefragt und lassen sich auf dem Schwarzmarkt oder im Ausland gut weiterverwerten. Insbesondere Hybrid-Modelle stehen im Fokus, da einzelne Komponenten wie Batterien oder Steuergeräte hohen Wiederverkaufswert haben.
Während Toyota die Liste der häufigsten Diebstähle dominiert, sorgen Fahrzeuge des Premiumsegments für besonders hohe Einzelschäden. Exemplarisch dafür stehen Porsche-911-Modelle. Die Besitzer dieser Sportwagen müssen im Schadensfall mit durchschnittlichen Entschädigungsleistungen im sechsstelligen Bereich rechnen. Die hohe Wertigkeit der Fahrzeuge, die teuren Bauteile sowie die internationale Nachfrage nach Sportwagenkomponenten treiben die Kosten deutlich nach oben. Für Versicherer bedeutet dies, dass wenige Einzelfälle enorme finanzielle Belastungen auslösen können.
Die Daten verdeutlichen insgesamt, dass Fahrzeugdiebstähle weiterhin ein ernstzunehmendes Risiko darstellen, auch wenn sich die Fallzahlen leicht rückläufig entwickeln. Für Autofahrer bleibt Prävention daher ein zentrales Thema. Moderne Diebstahlschutzsysteme, GPS-Tracker, Garagenstellplätze und zusätzliche mechanische Sicherungen können das Risiko erheblich reduzieren. Versicherer empfehlen zudem, auf rückrufrelevante Sicherheitslücken zu achten und regelmäßig Softwareupdates durchzuführen, da professionelle Täter zunehmend über elektronische Angriffsmethoden arbeiten.
Die Statistik 2024 macht deutlich: Auch wenn der Rückgang der Diebstähle rein rechnerisch ein positives Signal ist, ist der Autodiebstahl weiterhin ein millionenschweres Problem, regional sehr unterschiedlich, markenspezifisch ausgeprägt und für die Kfz-Versicherer ein bleibender Kostenfaktor.
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Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich informativen Zwecken und ersetzt keine professionelle Beratung. Es wird empfohlen, individuelle Versicherungsbedürfnisse mit einem qualifizierten Versicherungsberater oder Versicherungsmakler wie z.B. „AMB Allfinanz Makler“ zu besprechen.
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