Welche Städte am stärksten unter dem Klimawandel leiden werden

IW Consult, ein Tochterunternehmen des Instituts der deutschen Wirtschaft, hat gemeinsam mit der „WirtschaftsWoche“ und weiteren Partnern den „Klimaindex 2050“ vorgestellt. Die Untersuchung bewertet die zu erwartenden Folgen des Klimawandels für 71 kreisfreie Großstädte in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen zehn zentrale Risikofaktoren: Hitzestress, Hitzewellen, Wasserknappheit, Dürrestress, Starkregen, Überschwemmungen, Sturmfluten, Sturm, Tornado und Hagel. Ziel ist es, regionale Verwundbarkeiten sichtbar zu machen und langfristige Anpassungsstrategien zu unterstützen.

Besonders stark betroffen sehen die Analysten Bremerhaven mit einem Indexwert von 5,03. Ausschlaggebend ist hier vor allem das erhöhte Sturmflutrisiko in Kombination mit häufigeren und intensiveren Stürmen. Küstenstädte sind generell stärker exponiert, da steigende Meeresspiegel und Extremwetterlagen zusätzliche Belastungen mit sich bringen. Gleichzeitig steigt der Anpassungsdruck auf Infrastruktur, Deichsysteme und Bauplanung.

Im Gefährdungsranking folgen Mannheim, Ludwigshafen am Rhein, Bremen und Heidelberg. In diesen Städten dominieren Sturmschäden und Überschwemmungsrisiken. Besonders Flusslagen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Hochwasserereignissen. Starkregen, der in kurzer Zeit große Wassermengen freisetzt, stellt eine zusätzliche Herausforderung für Kanalisation und Stadtentwässerung dar.

Am unteren Ende der Skala finden sich Remscheid, Bielefeld und Salzgitter mit vergleichsweise niedrigeren Indexwerten. Auch hier bestehen jedoch Risiken, wenngleich sie im Vergleich zu anderen Großstädten geringer ausfallen. Selbst Städte mit moderatem Gefährdungsprofil müssen sich auf zunehmende Hitzeperioden und punktuelle Extremwetter einstellen. Der Index beschreibt daher relative Unterschiede, nicht das Fehlen von Risiken.

Die Ergebnisse haben weitreichende Implikationen für Stadtplanung, Immobilienwirtschaft und Versicherungswesen. Kommunen stehen vor der Aufgabe, Klimaanpassungsmaßnahmen wie Grünflächenkonzepte, Hochwasserschutz oder hitzereduzierende Bauweisen auszubauen. Gleichzeitig beeinflussen solche Prognosen langfristig Standortbewertungen und Investitionsentscheidungen. Der „Klimaindex 2050“ verdeutlicht damit, dass klimabedingte Risiken zunehmend zu einem wirtschaftlichen und strategischen Faktor für deutsche Großstädte werden.

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Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich informativen Zwecken und ersetzt keine professionelle Beratung. Es wird empfohlen, individuelle Versicherungsbedürfnisse mit einem qualifizierten Versicherungsberater oder Versicherungsmakler wie z.B. „AMB Allfinanz Makler“ zu besprechen.