Eigenbeteiligung für stationäre Pflege steigt auf 3.245 Euro
Die stationäre Pflege verteuert sich in Deutschland weiterhin deutlich stärker als die allgemeine Preisentwicklung. Nach Angaben des Verbands der Ersatzkassen steigt die finanzielle Belastung im Jahresvergleich um rund neun Prozent. Pflegebedürftige müssen im ersten Aufenthaltsjahr inzwischen durchschnittlich 3.245 Euro monatlich selbst tragen. Zu Jahresbeginn 2025 lag dieser Wert noch bei 2.984 Euro.
Dieser Anstieg ist kein kurzfristiger Ausreißer, sondern Ausdruck struktureller Entwicklungen. Steigende Personalkosten, höhere Anforderungen an Qualität und Dokumentation sowie Investitionen in Infrastruktur schlagen unmittelbar auf die Pflegesätze durch. Gleichzeitig wächst die Zahl der Pflegebedürftigen kontinuierlich. Damit verteilt sich die Finanzierungslast auf immer weniger Beitragszahler.
Die Eigenbeteiligung variiert regional erheblich. In Sachsen-Anhalt liegt sie mit 2.720 Euro am niedrigsten. Auch Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern bewegen sich mit jeweils 2.903 Euro unter dem Bundesdurchschnitt. Deutlich höher fallen die Kosten in Bremen aus, wo im ersten Jahr monatlich 3.637 Euro zu tragen sind.
Diese Unterschiede resultieren aus variierenden Lohnniveaus, Investitionskosten und landesspezifischen Rahmenbedingungen. Pflege ist personalintensiv, weshalb tarifliche Entwicklungen besonders stark ins Gewicht fallen. Hinzu kommen regionale Unterschiede bei Bau- und Grundstückskosten. Für Betroffene bedeutet dies, dass der Wohnort erheblichen Einfluss auf die finanzielle Belastung hat.
Die steigenden Eigenanteile erhöhen den politischen Reformdruck. Diskutiert werden unter anderem eine stärkere Steuerfinanzierung, eine Ausweitung der Beitragspflicht oder strukturelle Veränderungen im Leistungsumfang. Gleichzeitig bleibt klar, dass das Umlagesystem allein die wachsenden Kosten langfristig kaum vollständig auffangen kann. Selbst bei Reformen ist nicht davon auszugehen, dass Eigenbeteiligungen vollständig entfallen.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die private Pflegevorsorge weiter an Bedeutung. Pflegezusatzversicherungen können helfen, Versorgungslücken zu schließen und die monatliche Belastung planbarer zu machen. Je früher ein entsprechender Schutz abgeschlossen wird, desto günstiger sind in der Regel die Beiträge. Angesichts der anhaltenden Kostensteigerungen erscheint es daher ratsam, sich rechtzeitig mit einer ergänzenden Absicherung gegen die zunehmende „Kostenfalle Pflege“ auseinanderzusetzen.
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Hinweis: Dieser Artikel dient lediglich informativen Zwecken und ersetzt keine professionelle Beratung. Es wird empfohlen, individuelle Versicherungsbedürfnisse mit einem qualifizierten Versicherungsberater oder Versicherungsmakler wie z.B. „AMB Allfinanz Makler“ zu besprechen.
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