Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 2.005 Bundesbürgern, darunter 991 Immobilieneigentümer, zeigt deutliche Defizite beim Schutz vor Extremwetter. Obwohl Starkregen und Überschwemmungen laut Prognosen weiter zunehmen, verfügt nur etwa jedes dritte Haus über verschließbare Kellerfenster. In vielen Fällen sind lediglich einfache Fenstergitter installiert, die keinen wirksamen Wasserschutz bieten. Damit bleiben zahlreiche Gebäude bei plötzlichen Niederschlagsereignissen besonders anfällig.
Noch gravierender ist die Situation beim Rückstauschutz. Wenn bei Starkregen die Kanalisation überlastet ist, kann Abwasser von unten in Keller eindringen. Lediglich 18 Prozent der Gebäude sind mit einer Rückstauklappe ausgestattet. Diese einfache technische Maßnahme könnte erhebliche Schäden verhindern.
Weitere bauliche Vorkehrungen wie Schutzmauern, erhöhte Lichtschächte oder mobile Barrieren sind selten anzutreffen. Dabei lassen sich mit überschaubarem Aufwand erhebliche Risiken reduzieren. Oft fehlt es weniger an technischen Lösungen als an Bewusstsein für die tatsächliche Gefährdung. Extremwetter wird noch immer als Ausnahme statt als zunehmende Realität wahrgenommen.
Die finanziellen Folgen können jedoch erheblich sein. Durchfeuchtete Wände, beschädigte Haustechnik und zerstörtes Inventar verursachen schnell fünfstellige Beträge. Besonders problematisch sind wiederkehrende Schäden, wenn Präventionsmaßnahmen ausbleiben. Versicherer prüfen in solchen Fällen zunehmend, ob Obliegenheiten erfüllt wurden.
Neben baulicher Prävention spielt daher auch der passende Versicherungsschutz eine zentrale Rolle. Eine Wohngebäudeversicherung deckt Sturm- und Leitungswasserschäden ab, greift jedoch bei Überschwemmung oder Starkregen nur mit einem zusätzlichen Elementarschutz-Baustein. Angesichts zunehmender Wetterextreme gewinnt diese Ergänzung an Bedeutung.
Mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen lässt sich das potenzielle Schadensausmaß deutlich begrenzen. Technische Schutzvorrichtungen, regelmäßige Wartung der Entwässerungssysteme und eine angepasste Versicherungslösung bilden zusammen ein wirkungsvolles Sicherheitskonzept. Wer frühzeitig vorsorgt, reduziert nicht nur finanzielle Risiken, sondern schützt auch die langfristige Werthaltigkeit seiner Immobilie.